WakeNewsTV
Willkommen
Login / Registrieren

Tagesdosis 22.5.2018 - Die großartigsten Sanktionen der Weltgeschichte

Lade...

Danke! Teile es mit Deinen Freunden!

URL

Du hast dieses Video dislikt. Danke für Dein Feedback!

Tut uns leid. Nur Mitglieder können Playlists erstellen.
URL


Eingetragen von martin kröhn in User Videos
25 Aufrufe

Beschreibung

Ein Kommentar von Dirk Pohlmann.

„Erfüllen Sie unsere Bedingungen oder sie bekommen es mit den großartigsten Sanktionen der Geschichte zu tun“. Das sind die Worte des US Außenministers Mike Pompeo an die iranische Regierung. Iran soll sich 12 Forderungen der USA unterwerfen. Die Betonung liegt auf „unterwerfen“.

All das, nachdem der Iran 2015  in 20 Verhandlungsmonaten mit den USA, China, Russland, Großbritannien, Frankreich, also den UN Sicherheitsratsmitgliedern, sowie Deutschland als Einzelstaat und der gesamten EU einen Vertrag ausgearbeitet und unterschrieben hatte.

Wenn man Jura studiert, hört man von meist konservativen Menschen mit Brillen und Silberhaaren feierlich vorgetragene lateinische Merksätze wie „Pacta sunt servanda“ (Verträge müssen eingehalten werden). Sie gelten seit dem römischen Reich und werden auch in alle Zukunft gelten, so lange die Zivilisation Bestand hat, Amen.

Das mit der Zivilisation ist der Haken bei der Sache. Diese Regel gilt nicht mehr in Trumps USA. Dort heißt die Regel: „Wir unterschreiben nur Verträge mit Verhandlungspartnern, die nicht davon ausgehen, dass wir uns an die Verträge halten. Aber jede Verletzung des Abkommens durch die Vertragspartner ist ein Kriegsgrund.“ Das ist jetzt natürlich etwas plakativ und pointiert ausgedrückt. Was Trump wirklich meint ist: „Ich bin das Gesetz. Was kümmert mich mein blödes Geschwätz von gestern? Will jemand was auf die Fresse?“

Das liegt daran, dass die derzeit in der US-Regierung beschäftigten Republikaner gar keine Konservativen (conservare= bewahren) sind, sondern in der Tradition von Großgrundbesitzern stehen, die nach dem Abschlachten der Indianer und Büffel neue, internationale Tätigkeitsfelder für ihre unternehmerische Weitsicht suchen.

Die Neocons sind keine Konservativen, sondern gewaltverliebte Revolutionäre, die ihre größenwahnsinnigen Weltveränderungspläne nach Irak, Libyen und Syrien (daran wird derzeit noch gearbeitet) jetzt auch im Iran verwirklichen wollen. Nach dem 11. September lief in Washington der Satz um: „Alle wollen nach Baghdad. Richtige Männer wollen nach Teheran.“

Sicher, es gibt auch in den USA ehrenwerte Konservative und friedliche Demokraten, aber leider haben die es in den letzten Jahrzehnten nicht in die US-Regierungen geschafft.

Statt dessen erleben wir jetzt, wie „Amerika wieder großartig gemacht wird“ (Make America great again.) Bis der Arzt kommt. Oder der 3. Weltkrieg.

Oder der tödliche Flugunfall. Eine der wichtigsten Sanktionsmaßnahmen der USA gegen den Iran ist der Luftverkehr. Die iranischen Fluglinien haben uralte amerikanische Flugzeuge, bekommen aber nur selten Ersatzteile. Deswegen kam es im Iran in den letzten 25 Jahren zu über 200 Unfällen und Abstürzen.

Das einzig wirklich große Geschäft, dass eine US Firma mit dem Iran nach dem Vertragsabschluss und der Lockerung der Sanktionen abschließen wollten, war dementsprechend der Verkauf von 110 Boeing Jets im Wert von 20 Milliarden US Dollar an Iran Air und Aseman Airlines. Doch daraus wird jetzt nichts mehr.

Ansonsten haben die USA an Iran 2017 Güter im Wert von 138 Mio US$ ausgeführt und für 63 Millionen US$ importiert. Das entspricht etwa einem Hundertstel des Handelsvolumens mit Kolumbien. Ohne Kokaineinfuhren natürlich.

Wer die US Sanktionen also wirklich zu spüren bekommt, sind neben dem Iran Firmen aus europäischen Staaten, deren Ein- und Ausfuhren 2017 bei etwa 10 und 11 Milliarden Euro lagen. „Europa schlagen und den Iran treffen!“ Das ist clever. Aber behandelt man so „Freunde und Bündispartner“?

Auch ohne die von Pompeo ausgestoßenen pompösen Warnungen der USA an die Europäer, dass die von ihnen erfundenen Sanktionen auch für Vasallenstaaten des Großraumes gelten, sonst…  - könnte Airbus nicht an die Stelle von Boeing treten. Denn wo Airbus draufsteht, ist 10% USA drin, Bauteile amerikanischer Fertigung.

Die USA behalten sich seit Jahrzehnten das Recht vor, Ausfuhren von europäischen Gütern in Länder zu verbieten, die ihnen nicht gefallen, wenn darin US Komponenten verbaut sind. Und die Europäer halten sich daran, um die wichtigeren Handelsbeziehungen zu den USA nicht zu gefährden...weiterlesen hier: https://kenfm.de/tagesdosis/

+++

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

+++

Alle weiteren Beiträge aus der Rubrik „Tagesdosis“ findest Du auf unserer Homepage: https://kenfm.de/tagesdosis/

+++

Ken FM jetzt auch als kostenlose App für Android- und iOS-Geräte verfügbar! Über unsere Homepage kommt Ihr zu den Stores von Apple und Google. Hier der Link: https://kenfm.de/kenfm-app/

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

https://www.kenfm.de
https://www.facebook.com/ KenFM.de
https://www.vk.com/kenfm
https://www.t witter.com/TeamKenFM
https://www.youtube.com/K enFM

Schreibe einen Kommentar

Du musst Dich Registrieren oder Anmelden , um einen Kommentar zu schreiben.

Kommentare

Schreib als Erster einen Kommentar zu diesem Video
RSS