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3245 Tage Zwangsunterbringung in der Marburger Psychiatrie

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https://youtu.be/Yh31KbD9GtM

3245 Tage Zwangsunterbringung in der Marburger Psychiatrie, statt Therapie nur Psychopharmaka, zum Teil 20- bis 30-fach überdosiert, anschließend ein 14 Jahre langer Kampf um Wiedergutmachung - und dann endlich das Urteil: 500 000 Mark Schmerzensgeld hat die 5. Zivilkammer des Marburger Landgerichts dem 42jährigen Ex-Psychiatriepatienten Klaus-Peter Löser am 19. Juli 1995 zugesprochen ...
(http://www.focus.de/politik/deutschland/proz ess-hin-zum-schwachsinn_aid_154394.html).

Fern sehbeitrag 1997 der Sendung Boulevard Deutschland des DW-TV (Deutsche Welle Fernsehen, öffentlich-rechtlicher deutscher Auslandsfernsehsender)

Zehn Jahre später, am 16. Juni 2005 gab der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte der Klage einer ehemaligen Psychiatriepatientin statt und verurteilte die Bundesrepublik Deutschland zu einer Schadensersatzzahlung in Höhe von 75000 Euro zuzüglich rund 18000 Euro für materielle Schäden, weil sie sie nicht gegen Menschenrechtsverletzungen durch die Psychiatrie geschützt hat. Auch diese Patientin, die ihre Geschichte unter dem Pseudonym Vera Stein veröffentlicht hat, ist jahrelang aufgrund einer falschen Diagnose in einer Psychiatrie interniert und behandelt worden, auch sie ist aufgrund dieser Behandlung heute schwerbehindert. Die vergleichsweise geringe Schadensersatzhöhe erklärt sich dadurch, dass der Europäische Gerichtshof nur Staaten, nicht aber natürlich oder juristische Personen verurteilen kann. Alle Versuche, ähnlich wie Klaus-Peter Löser vor nationalen Gerichten zivilrechtliche Schadensersatzanspräche zu erstreiten, sind höchstrichterlich abgelehnt worden. Klaus Peter Löser und Vera Stein mögen Einzelfälle sein, Einzelfälle aber wohl eher insofern, als sie Unterstützung gefunden haben, um ihre Fehldiagnose nachzuweisen und Schadensersatzansprüche durchzusetzen. Ohnehin ist es wohl kaum möglich, den hier angerichteten Schaden auch nur annähernd monetär zu ersetzen.
Über die Zahl derer, denen es ähnlich wie Klaus Peter Löser und Vera Stein geht, die aber nicht in der Lage sind, sich aus der Psychiatrie zu befreien und ihre Rechtsansprüche durchzusetzen, kann nur gemutmaßt werden. Angesichts der auch von Fachvertretern eingestandenen geringen Validität psychiatrischer Diagnosen dürfte sie eine keinesfalls zu vernachlässigende Größe sein …
(Rohrmann, Eckhard: Mythen Und Realitäten Des Anders-Seins. Wiesbaden, 2007)

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